Fokusgruppen als Werkzeug der qualitativen Marktforschung

In der qualitativen Marktforschung werden Einstellungen, Motive und das Verhalten der Kunden untersucht. Sie eignet sich somit ideal, um neue Impulse und Potenziale für das eigene Unternehmen zu erhalten. Trotz seiner Vorteile, fristet die auch als psychologisch oder morphologisch genannte Marktforschung ein Nischendasein. Gerade einmal 8% aller Ausgaben für die Marktforschung fallen laut ADM 2011 auf diesen Bereich. Im Umkehrschluss werden 92% in die quantitative Marktforschung investiert. In der folgenden Beitragsreihe möchten wir Ihnen daher einige Formen dieser offensichtlich unterschätzen Methode näher vorstellen. Den Anfang macht dabei die Fokusgruppe.

Eine Fokusgruppe ist eine Form der beobachteten Gruppendiskussion. In dieser setzen sich Kunden und Nicht-Kunden zusammen und unterhalten sich zu einer bestimmten Fragestellung. Diese bezieht sich entweder auf ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung. Die Unterhaltung wird dabei von einem Moderator unterstützt, der die Teilnehmer mit den nötigen Informationen versorgt und zum Gespräch anregt. Durch sein offenes Thema und die Möglichkeit, dass jeder daran teilnehmen kann, zeichnet sich die Fokusgruppe als eine besonders flexible und ganzheitliche Methode aus.

Als sich nach dem zweiten Weltkrieg die Wirtschaft erholte und die Märkte in vielen Branchen sprunghaft weiterentwickelten, bestand die Fokusgruppe bereits als eine Methode der Marktforschung. In dieser Zeit ging es aber vor allem darum, die eigenen Produkte auf die Bedürfnisse der Kunden zu optimieren und somit einen höheren Absatz zu generieren. So haben in den USA beispielsweise die Ergebnisse einer Fokusgruppe dazu beigetragen, dass das Frittierfett einer Haushaltsfriteuse eines Fritteusenherstellers in einem separat entnehmbaren Behältnis aufbewahrt werden kann. Ja, Sie lachen! Der Fritteusenhersteller lachte sicherlich auch über die gestiegenen Einnahmen.
Jedoch sollte es bis in die 1970er Jahre dauern, bis die Fokusgruppe und die qualitative Marktforschung im Allgemeinen in der Gesellschaft richtig angekommen sind. Weil es nicht mehr nur um die Differenzierung über das Produkt geht, sondern auch um andere Bereiche wie die Dienstleistungsqualität, kann die Fokusgruppe alle seine Trümpfe ausspielen.

Die Vorteile der Fokusgruppen liegen auf der Hand:

– Sie erhalten neue Informationen über die aktuelle Marktlage. Dies ist besonders in den Zeiten interessant, in denen ein Problem oder neues Konkurrenz-Produkt im eigenen Markt auftritt.
– Sie lernen die Bedürfnisse ihrer Kunden kennen und können Ihre strategische Ausrichtung dahingehend optimieren und erweitern.
– Sie testen neue Ideen und erhalten direktes Feedback.
– Sie erfahren, wie Sie und Ihr Unternehmen aus der Sicht des Kunden wahrgenommen werden.
– Sie können die neu gewonnenen Erkenntnisse für weitere Marktforschungs-Vorhaben verwenden.
– Sie entdecken neue Konzepte zur Ihren Produkten, zum Service sowie zum Marketing.

Nutzen Sie die Gelegenheit und lassen Sie sich von uns beraten!

 

Literatur zur Marktforschung und den Fokusgruppen:

Langford und McDonagh (2003): Focus Groups – Supporting Effective Product Development. Routledge: London.

Jörg Koch (2012): Marktforschung – Grundlagen und praktische Anwendungen. 6. Auflage. Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH: München.

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